
Eindrucksvolle Demonstration am Kaulanger
Kronacher Feuerwehr warnt vor Fettbrandexplosion

Dicker Qualm stand am vergangenen Freitag Abend über dem Kronacher
Kaulanger. Zum Glück war es jedoch kein Schadensfeuer, sondern eine
eindrucksvolle Großübung der Kronacher Feuerwehr, bei der eine ganze
Kücheneinrichtung vor den Augen von vielen Zuschauern in Flammen aufging.
Demonstriert wurden die gefährlichen Auswirkungen, die es haben kann, wenn
man brennendes Fett falsch ablöscht. Kommandant Martin Panzer ließ zunächst
zeigen, wie man es richtig macht. Sollte Fett in der Küche in Brand geraten,
ist das Abdecken des Topfes mit dem Topfdeckel die wirksamste und
ungefährlichste Methode. Aber auch mit Hilfe einer Löschdecke können die
Flammen erstickt werden.
Was man keinesfalls tun darf, ist Wasser in die Flammen zu gießen. Während
Wasser bei anderen Bränden ein hervorragendes Löschmittel ist, führt es bei
Fettbränden zu einer so genannten Fettbrandexplosion. Fett hat nämlich bei
einem Brand eine sehr hohe Verbrennungstemperatur. Wasser, welches man
hineinschüttet, verdampft schlagartig und reißt das brennende Fett mit nach
oben. Die Folge ist ein Feuerball, der den gesamten Raum erfasst.
In einer auf dem Kaulangerplatz komplett nachgebauten Küche wurde dies dann
live demonstriert. Aus sicherem Abstand konnten sich die Zuschauer ein
eindrucksvolles Bild von den Folgen eines solchen Fehlverhaltens machen.
Angenommen wurde nun, dass sich dieses Szenario in einer Küche des
angrenzenden Wohnblocks der Kronacher Wohnungsbaugesellschaft ereignet hat
und die Wohnung daraufhin in Flammen steht. Realistisch drang nun auch aus
dieser Wohnung dicker Rauch und hinter den Fenstern war der Flammenschein zu
sehen.
Über die Rettungsleitstelle wurde der Löschzug der Kronacher Feuerwehr
alarmiert. Zehn Fahrzeuge und fast 50 Wehrmänner kamen unter Führung von
stv. Kommandanten Christian Lieb zum Einsatz. Viele von Rauch und Flammen
eingeschlossene Personen mussten mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten
oder auch über die Drehleiter gerettet werden. Eine Person wurde durch einen
Sprung aus dem Fenster im Obergeschoß in den Sprungretter – ein aufblasbares
Luftpolster - gerettet. Nach kurzer Zeit war sowohl die brennende Küche auf
dem Platz als auch das „Feuer“ im Mehrfamilienwohnhaus gelöscht.
Vorsitzender Stefan Wicklein ging auf das Motto der diesjährigen
bayernweiten Feuerwehr-Aktionswoche „Zupacken statt Zuschauen“ ein. In
Tagen, in denen das Wort „Zivilcourage“ täglich in den Medien zu finden sei,
müsse man feststellen, dass Zivilcourage bei den Freiwilligen Feuerwehren
seit fast 150 Jahren gelebt werde. Er forderte alle auf, der Feuerwehr
beizutreten oder diese zumindest als förderndes Mitglied zu unterstützen.
Sein Dank galt neben allen Beteiligten, der Firma Sita, der Firma Schiffauer,
der BayWa, den Stadtwerken und der Kronacher Wohnungsbaugesellschaft, welche
die Übung unterstützt hätten.
Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein dankte der Kronacher Feuerwehr für die
außergewöhnliche Darbietung. Die Feuerwehrleute seien Vorbilder für die
gesamte Bevölkerung und auch er rief dazu auf, die Feuerwehr zu
unterstützen. „Mir und dem gesamten Stadtrat ist der hohe Stellenwert Eurer
Arbeit bewusst“, so das Stadtoberhaupt.
Auch stellvertretender Landrat Bernd Steger schloss sich den Dankesworten im
Namen des Landkreises an und stellte heraus, wie viel hier für die
Allgemeinheit geleistet werde. Kreisbrandinspektor Matthias Schuhbäck
überbrachte die Dankesworte der Kreisbrandinspektion.
Kommandant Martin Panzer gab den Dank an seine Mannschaft weiter, welche
gerade im Vorfeld dieser Übung wieder viel hätte zusätzlich leisten müssen.

Eine komplette Küche wurde auf dem Kaulanger nachgebaut

Vorsitzender Stefan Wicklein und Kommandant Martin Panzer
kommentierten

Ein Topf mit Fett gerät in der Küche in Brand....

.... und wird mit Wasser gelöscht, was zur so genannten
Fettexplosion führt.

Die Küche steht in Flammen.

Hier soll sich das Geschehen abspielen.

Eine Person rettet sich in den Sprungretter

Weitere Personen werden über die Drehleiter gerettet.

Umfangreicher Löschangriff unter Leitung von stv.
Kommandanten Christian Lieb

Fotos: Stefan Lindinger (8) Herzlichen Dank!
Stefan Wicklein (2)
Bericht: Stefan Wicklein