
Eine lange Ära geht zu Ende
Letzte Probealarmierung durch die Feuerwehr Kronach

Kommandant Martin Panzer und Gerätewart Georg Panzer bei der
letzten so genannten „Landkreisalarmierung“
aus der Einsatzzentrale der Kronacher Feuerwehr am vergangenen Samstag.
Kronach. ( ) Seit weit über 30 Jahren heulen am ersten Samstag im Monat kurz
nach 12 Uhr die Sirenen in allen Orten des Landkreis Kronach auf. Gesteuert
wird diese Sirenenprobe seit Anfang an aus der Funkzentrale der Kronacher
Feuerwehr. Am vergangenen Samstag lautete der Funkspruch zum letzten Mal:
„Probealarm von Florian Kronach“. Zukünftig wird dies die Integrierte
Leitstelle mit Sitz in Ebersdorf bei Coburg übernehmen.
Begonnen hat die funkgesteuerte Alarmierung vor fast 40 Jahren. 1971 fanden
auf Initiative des damaligen Kreisbrandrates Hans Neder die ersten
Funkversuche durch die Firma AEG und den Fernmeldezug Bayreuth statt. In
einer ersten Stufe bis Herbst 1976 wurden 33 Feuerwehren an die
Funkalarmierung angeschlossen und bei 18 Feuerwehren zusätzlich der
Sprechfunk eingerichtet. In diesem Zug wurden auch die Alarmzentralen bei
der Feuerwehr Kronach und der Polizeiinspektion Kronach eingerichtet und mit
der Probealarmierung begonnen.
Vorher musste die überörtliche Löschhilfe noch von der Polizei per Telefon
verständigt und in den Ortschaften der Sirenenknopf per Hand betätigt
werden. Ein Zustand, der im Zeitalter von moderner Kommunikationstechnik
fast nicht mehr vorstellbar ist. Auch der Fahrzeugfunk erleichterte die
Einsatzführung enorm und bestand seine erste große Bewährungsprobe bei dem
großen Waldbrand 1976 rund um Förtschendorf.
In einer zweiten Aufbauphase wurden bis 1982 alle restlichen Feuerwehren an
die Funkalarmierung angeschlossen. Im März 1982 konnte Landrat Dr. Heinz
Köhler zusammen mit Kreisbrandrat Georg Zapf und dem für den Funkaufbau
zuständigen und verdienstvollen Kreisbrandmeister Gerold Bittner aus
Ludwigsstadt den ersten Probealarm für den gesamten Landkreis erfolgreich
auslösen.
Mit Einführung der so genannten „stillen Alarmierung“, welche nicht mehr
über Sirene sondern über Funkmeldeempfänger erfolgt, kam eine zweite
Probealarmierung jeden Mittwoch um 19.00 Uhr hinzu. Mitte der 90er Jahre
fand dann die Umstellung auf eine EDV-gestützte Funkalarmierung über das
Programm „BASIS“ statt.
Über die Jahrzehnte wurde die Probealarmierungen jeden ersten Samstag im
Monat um 12.00 Uhr und jeden Mittwoch um 19.00 Uhr durch einige Kameraden
der Feuerwehr Kronach zuverlässig durchgeführt. In den letzten Jahren waren
dies vor allem Gerätewart Georg Panzer, Ehrenkommandant Burkhard Grebner,
Thomas Porzelt und Kommandant Martin Panzer. Ab Juli erfolgt dies dann
zentral für die Landkreise Coburg, Lichtenfels und Kronach durch die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neuen Integrierten Leitstelle in
Ebersdorf bei Coburg. Eine lange Ära der so genannten „Landkreisalarmierung“
durch die Feuerwehr Kronach geht damit zu Ende.
Bild & Bericht: Stefan Wicklein