
Wir brauchen Dich!

Unter dem Motto „Wir brauchen Dich“ startet die Kronacher Feuerwehr in
diesen Tagen eine große Initiative zur Nachwuchswerbung. Mit persönlichen
Anschreiben und Vorstellungen in einigen Kronacher Schulen machen die
Brandschützer derzeit auf ihr Anliegen aufmerksam. „Unsere Zielgruppe sind
einerseits natürlich die Jugendlichen ab 14 Jahre“, so Kommandant Burkhard
Grebner. „Andererseits würden wir uns auch sehr freuen, wenn wir den einen
oder anderen Erwachsenen für uns gewinnen könnten. Es wäre auch überhaupt
nichts dagegen einzuwenden, wenn der Sohnemann seinen Vater gleich
mitbringt.“
Angesichts des Aufgabenspektrums, das eine moderne Feuerwehr wie die
Kronacher Wehr heute zu bewältigen hat, gerät es manchmal ein bisschen in
Vergessenheit, dass dies alles von Freiwilligen bewältigt wird.
„Brandeinsätze machen schon lange nicht mehr den Hauptanteil unserer
Einsätze aus. Der Schwerpunkt liegt heute im Bereich der technischen
Hilfeleistung. Das beginnt bei der Beseitigung von Öl auf Gewässern und
Strassen, geht über die Beseitigung von Unwetterschäden bis hin zur Rettung
eingeklemmter Personen bei Verkehrsunfällen“, weiß Grebner zu berichten.
Trotzdem ist natürlich der „abwehrende Brandschutz“, wie das Feuerlöschen
offiziell bezeichnet wird, nach wie vor eine der Hauptaufgaben der
Floriansjünger.

Um
auch bei Einsätzen mit Gefahrgütern eingreifen zu können, verfügt die
Kronacher Feuerwehr über Sonderausrüstungen für den Chemie- und
Strahlenschutz. Der richtige Umgang mit der äußerst vielfältigen und
komplexen Ausrüstung will natürlich gelernt sein.
„Jeder Mensch, der Hilfe in Notlagen benötigt, hat ein Recht darauf, diese
Hilfe zu bekommen. Und diese Hilfe darf in unserem ländlichen Gebiet nicht
schlechter sein, als in einer Großstadt mit einer Berufsfeuerwehr“, stellt
der Kommandant klar. Allerdings braucht die Freiwillige Feuerwehr hierfür
nicht nur die nötigen Gerätschaften.
Das
Wichtigste sind die Menschen, die diese Ausrüstungsgegenstände zum Einsatz
bringen. Alle Feuerwehrleute in Kronach sind Freiwillige, die diese
Tätigkeit unentgeltlich und neben ihrem Beruf ausüben. Lediglich ein fest
angestellter Gerätewart kümmert sich um die Instandhaltung der 12
Einsatzfahrzeuge mit ihrer vielfältigen Ausrüstung. „Feuerwehr ist
Teamarbeit. Wir brauchen Leute, die Interesse an Technik haben, bereit sind
etwas Zeit für eine gute Sache zu opfern und auch mal mit anpacken können“,
so die einhellige Meinung der Kameraden.
Dafür bekommt man aber auch etwas geboten. „Nichts ist so befriedigend, wie
das Gefühl, wenn man einen schwierigen Einsatz gut gemeistert hat“, darüber
sind sich alle einig. Auch der Eindruck, beim Inneneinsatz in einem
brennenden Gebäude unter schwerem Atemschutz an vorderster Front gegen die
Flammen zu kämpfen ist garantiert mit keinem Computerspiel zu vergleichen;
Und das, was man bei der Feuerwehr quasi nebenbei noch lernt, nämlich in
Extremsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren, kommt einem auch im Alltag
und Beruf zu gute.
Natürlich wird auch die Kameradschaft groß geschrieben, schließlich hat sich
derjenige, der das ganze Jahr über Zeit für die Allgemeinheit opfert auch
mal ein paar gemütliche Stunden verdient.
Wer
als Jugendlicher ab 14 Jahren in die Kronacher Feuerwehr eintritt, bekommt
dort auch viel Abwechslung geboten. Neben der Einweisung in die nötigen
praktischen und theoretischen Grundkenntnisse werden auch Zeltlager
abgehalten und Ausflüge unternommen. Außerdem kann man sich bei diversen
Wettbewerben mit anderen Jugendfeuerwehren messen und lernt dabei noch eine
Menge Gleichgesinnter kennen.
Eine feste gesetzliche Altersgrenze für den Eintritt in die Feuerwehr gibt
es nicht. „Auch ein 30- oder 35jähriger, der sich vielleicht erst jetzt
entschließt in die Feuerwehr einzutreten ist bei uns willkommen“, so Grebner.
Wer zur Kronacher Feuerwehr will, muss weder Topathlet noch Handwerksmeister
sein. „Ein bisschen Geschick beim Umgang mit Werkzeug wäre natürlich nicht
schlecht, genauso wie körperliche Fitness“, erklärt der Kommandant, „wir
bringen unseren Kameraden schon bei, was sie können müssen.“ Selbst
Dienstsport gibt es bei der Kronacher Feuerwehr. Jeden Mittwoch trainiert
die Fußballabteilung und trägt auch regelmäßig Freundschaftsturniere mit
anderen Mannschaften aus.
Wie steht es eigentlich mit dem Zeitaufwand, und
müssen die Feuerwehrler bei jedem Einsatz dabei sein? „Wir haben während der
Sommermonate alle 14 Tage jeweils Montagabend eine Übung der Gesamtwehr, im
Winter gibt es theoretische Unterrichte. Da sollte natürlich möglichst jeder
dabei sein. Jeweils im Wechsel finden dazwischen Sonderausbildungen für die
Kameraden statt, die zusätzlich im Atemschutz, Chemie- und Strahlenschutz
tätig sind. Für die Jugendfeuerwehr haben wir einen eigenen Dienstplan. Dass
heute nicht jeder bei allen Terminen da sein kann ist uns völlig bewusst und
stellt auch kein größeres Problem dar, wenn die Einsatzfähigkeit des
Kameraden nicht darunter leidet.“ Gleiches gilt für Einsätze: „Wir haben
kein Interesse daran, dass einer unserer Kameraden Probleme mit seinem
Arbeitgeber bekommt. Aber wir haben nun mal eine wichtige Aufgabe zu
erfüllen und das geht nicht ohne Personal. Wir brauchen deshalb unbedingt
die Unterstützung der Firmenleitungen. Und je mehr aktive Kameraden wir
haben, umso eher kann auch mal einer an seinem Arbeitsplatz bleiben, ohne
dass unser Einsatzerfolg in Gefahr gerät. Im Großen und Ganzen läuft das
aber bei uns noch recht gut“, so der Tenor der Feuerwehrführung.
Um
ein Resümee zu ziehen, welche Gründe gibt es, in die Kronacher Feuerwehr
einzutreten? „Auf einen kurzen Nenner gebracht: eine aktive, sinnvolle
Freizeitgestaltung, die Gewissheit dabei noch etwas Gutes zu tun, sowie die
Befriedigung, schwierige Situationen meistern zu können. Und das im Kreise
von Freunden, die die gleichen Interessen haben und auf die man sich
verlassen kann. Die Feuerwehr ist nun mal die Hilfsorganisation die als
erste kommt, wenn Not am Mann ist. Wenn es uns nicht gäbe, man müsste uns
glatt erfinden!“, so die Aussage von Kommandant Grebner. Dem ist eigentlich
nichts hinzuzufügen.
Infoveranstaltung der Feuerwehr Kronach
für Neumitglieder am Montag, 28.07.2008 um 18.00 Uhr im Gerätehaus
Martinsplatz mit anschließender Großübung. Hierzu sind alle
Interessierten ganz herzlich eingeladen.
Bericht: Christian Lieb