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Großbrand bei Juwelier Gold Müller
Frau durch Atemschutztrupp gerettet
Am frühen Morgen des 13. Juni 2005 lief bei der Polizei Kronach
ein Einbruchalarm im dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus der Firma Gold
Müller auf. Eine sofort vor Ort geschickte Streife erkannte unverzüglich, dass
es sich bei der Meldung nicht um einen Einbruch, sondern um einen Brand
handelte. Aus dem gesamten Haus drangen dichte Rauchschwaden. Daraufhin löste
die Polizei um 00:44 Uhr Alarm für die Feuerwehr Kronach aus.

Beim Eintreffen des LF 16/12 an der nur wenige hundert
Meter vom Gerätehaus entfernt liegenden Einsatzstelle, drang an verschiedenen
Stellen starker Rauch aus dem Gebäude. Im 2. Obergeschoß machte eine Frau auf
sich aufmerksam, der der Fluchtweg über das Treppenhaus abgeschnitten war.
Aufgrund der unklaren Lage ließ Einsatzleiter Kommandant Burkhard Grebner sofort
2. Alarm für die Feuerwehr Kronach geben.
Ein erster Atemschutztrupp, welcher sich bereits während
der Anfahrt mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatte, ging sofort zur
Personenrettung in das 2. Obergeschoß vor. Parallel wurde die Drehleiter am
Fenster der Eingeschlossenen in Stellung gebracht. Da sich die Rettung der
Person über die Drehleiter als schwierig herausstellte, wurde sie durch den
Atemschutztrupp mit einer Fluchthaube über das Treppenhaus ins Freie gebracht
und dem BRK übergeben.


Weitere Atemschutztrupps gingen zwischenzeitlich von der
Rosenau aus in die verschiedenen Stockwerke des Gebäudes zur Brandbekämpfung
vor. Aufgrund der zahlreichen Sicherungseinrichtungen im Gebäude war jedoch ein
Zugang zur Brandstelle von dieser Seite aus zunächst nicht möglich. An der
Schaufensterfront in der Schwedenstraße zeigten sich mittlerweile deutliche
Anzeichen großer Hitzeentwicklung. Daher ließ der Einsatzleiter hier einen
größeren Löschangriff aufbauen und in die Panzerglasscheibe mit einer
Feuerwehraxt einen Zugang schlagen. Ein anschließend vorgetragener intensiver
Inneneinsatz brachte schnell den gewünschten Löscherfolg. Lediglich in der
Überdachung zum Gehweg hatte sich das Feuer noch einige Meter „entlang
gefressen“, so dass diese an mehreren Stellen mit dem Trennschleifer und der
Motorsäge aufgesägt werden musste. Langwierig gestalteten sich auch die
Nachlöscharbeiten in der Deckenkonstruktion. Hier leisteten die Wärmebildkameras
der Feuerwehr Kronach und des Landkreises wertvolle Hilfe um noch zusätzliche
Schäden durch Löschwasser zu vermeiden.


Bereits in der frühen Einsatzphase wurde die
Atemschutzwerkstätte im Kronacher Feuerwehrhaus zum Füllen der Atemluftflaschen
besetzt und über die eingerichtete Atemschutzsammelstelle der Einsatz der
Feuerwehrmänner unter Atemschutz organisiert. Insgesamt kamen 16 Trupps mit 32
Atemschutzgeräteträgern zum Einsatz.


Gegen 7.00 Uhr waren die letzten Wehrmänner im Gerätehaus
zurück. Die Feuerwehr Kronach war mit neun Fahrzeugen (LF16/12, TLF, DLK 23/12,
LF 8/6, LF 8 II, RW, ELW, TSF und GW A/S) und weit über 50 Wehrmännern im
Einsatz.
An der Einsatzstelle waren neben den Kräften der Feuerwehr
Kronach auch zahlreiche Mitglieder des BRK sowie Beamte der Polizei Kronach
anwesend. Von der Kreisbrandinspektion fanden sich neben den Kronacher
Kreisbrandmeistern Ludwig Klinger, Martin Panzer und Ralf Weidenhammer auch
Kreisbrandinspektor Bernd Steger ein. Auch 2. Bürgermeister Heinz Hausmann wurde
durch die Nachalarmierungsstelle der Kronacher Feuerwehr informiert und machte
sich ein Bild von der Lage vor Ort. Um die Betreuung der Eigentümerin kümmerte
sich Kaplan Detlef Pötzel sowie das Nortfallnachsorgeteam des BRK.

Laut erster Pressemitteilung der Polizei soll sich der
Schaden auf über 1 Million Euro belaufen. Nach den
Erkenntnissen der Coburger Kriminalpolizei brach das Feuer im Erdgeschoss des
zweistöckigen Gebäudes aus. Zur Ermittlung der Brandursache war neben
Brandfahndern der Kripo auch ein Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes
am Montagnachmittag am Brandort.
