
Ausgelaufene Salpetersäure
am Kaspar-Zeuß-Gymnasium
Am 19.03.2009 kurz vor halb sieben Uhr
betraten der Hausmeister und zwei weitere Angestellte des
Kaspar-Zeuß-Gymnasiums das Schulgebäude und bemerkten beißenden Geruch aus
Richtung Chemiesaal. Sie verständigten die Kronacher Feuerwehr, welche um
6.27 Uhr über Funkmeldeempfänger alarmiert wurde. Nach ersten Angaben war
aus einem Kanister im Chemiekalienraum für den Chemieunterricht Säure
ausgetreten. Die Ursache der Leckage ist bisher noch unklar.
Die Feuerwehr Kronach rückte mit GW A/S,
LF 16/12, TLF, ELW, LF 8/6, RW 1 und LF 8 II zur Einsatzstelle ab. Zunächst
wurde das gesamte Gebäude gesperrt und sicher gestellt, dass sich weder
Personen darin aufhalten, noch das Gebäude betreten. Vom GW A/S wurden zwei
Trupps mit Chemievollschutzanzügen ausgerüstet. Weitere Trupps unter
schwerem Atemschutz standen in Bereitschaft. Um genügend Chemieschutztrupps
vor Ort zu haben, ließ Einsatzleiter KBM Martin Panzer die Feuerwehr der
Stadt Wallenfels um 7.22 Uhr nachalarmieren. Diese war in kurzer Zeit mit RW
2, HLF und ELW vor Ort und unterstützten die Kronacher Einheiten. Durch die
Besatzung von TLF und LF 8 II war zwischenzeitlich ein Dekontaminationsplatz
im Schulinnenhof errichtet worden. Dort wurden Reste der chemischen Substanz
von den Anzügen der zurückkehrenden Trupps abgewaschen und das verwendete
Wasser in einem Sammelbecken aufgefangen.
Die Erkundung im Gebäude ergab, dass
tatsächlich ein Gebinde mit Salpetersäure ausgelaufen war. Es wurde in ein
Überfass umgelagert und auf den Sportplatz verbracht. Gleiches wurde mit
anderen kontaminierten Gebinden gemacht. Die übrige Säure wurde mit
Chemikalienbinder abgebunden und ebenfalls in Fässern ins Freie verbracht.
Bis auszuschließen war, dass die Behältnisse weiter ausgasen, wurden sie
vorsorglich mit Sprühstrahl beaufschlagt, um Dämpfe niederzuschlagen.
Parallel wurde eine längere
Druckbelüftung im Gebäude durchgeführt. Der tiefer gelegene Kellerbereich
wurde mit dem Be- und Entlüftungsgerät ausgesaugt. Gegen 13.00 Uhr konnte
der Einsatz zunächst beendet werden. Vorsorglich durchgeführte weitere
Messungen am Nachmittag kamen zu dem Ergebnis, dass keine
Schadstoffbelastung mehr vorlag.
Die ab 7.00 Uhr an der Schule
eintreffenden ca. 1.000 Schüler und Lehrer wurden in den Kreiskulturraum
geleitet. Nachdem klar war, dass sich der Einsatz etwas hinziehen wird,
sagte die Schulleitung den Unterricht für diesen Tag ab. Die Schüler wurden
nach Hause entlassen bzw. zu den früher bestellten Schulbussen
geleitet. Glücklicherweise ereignete sich der Schadensfall nicht während der
Unterrichtszeit.
Zahlreiches Personal des Bayerischen
Roten Kreuzes sicherten die Einsatzkräfte ab. Die drei Schulmitarbeiter,
welche den Schaden am Morgen entdeckten, mussten wegen Atemwegsreizungen
vorsorglich in die Frankenwaldklinik Kronach eingeliefert werden. Auch die
Polizei war mit mehreren Streifen vor Ort und sperrte den Bereich ab.
Zur Koordinierung wurde eine
Einsatzleitung aus Feuerwehr, Polizei, BRK, Landratsamt und Schulleitung
gebildet. Auch die örtlichen Chemielehrer wurden als Fachkundige
entsprechend eingebunden.
Hier kommen Sie zu den ausführlichen Berichten des
Fränkischen Tags
und der Neuen Presse
auf unseren Unterseiten.

Ausrüsten mit Chemievollschutz


Die Schüler werden zum Kreiskulturraum geleitet.

Ein Trupp geht vor



Dekontamination des Chemieschutztrupps

Die FFW Wallenfels rüstet sich aus



Vorsorglich werden die geborgenen Gebinde mit Sprühnebel
beaufschlagt

GW A/S im Einsatz


Pressekonferenz mit der Einsatzleitung

Druckbelüftung

Kellerbereiche werden abgesaugt.

Die Fässer werden entsorgt.
Bericht & Fotos: Stefan Wicklein