
Das älteste Einsatzbild der
Feuerwehr Kronach stammt aus dem Jahr 1896. Am 4. Juli brannte der Gasthof
"Zum Reichsadler" am Marktplatz bis auf die Grundmauern nieder.
Bewundernswert ist dabei, wie es unsere Vorfahren - trotz der teilweise
primitiven Feuerlöschgeräte - schafften, diesen Brand in der engen
Altstadtbebauung auf seinen Entstehungsort zu beschränken.

Hier die Orginalberichte:
Fränkischer Wald vom Samstag, den 04.07.1896
Kronach. Das Gasthaus zum
"Deutschen Reichsadler" auf dem Marktplatze dahier ist heute früh bis auf
die unteren Wirtschaftsräume vollständig ausgebrannt, die Mauern sind bis
auf die Vorderfront theilweise eingestürzt. Das Feuer entstand um 3 Uhr auf
dem hinteren Bodenraum oberhalb des Saales und konnte trotz eifriger
Bemühungen der hiesigen Feuerwehr nicht im Entstehen unterdrückt werden,
doch gelang es derselben, die anstoßenden Gebäudlichkeiten des Herrn kgl.
Justizrathes Pollmann vor größeren Beschädigungen zu schützen. Immerhin
dürften daselbst die Wassermassen bedeutenden Schaden angerichtet haben. Der
„Reichsadler„ ging erst im Frühjahr in den Besitz eines gewissen Pravos aus
Hannover über, welcher denselben wieder an einen gewissen Friedrich Schulze,
Weinreisender aus Grafhorst im Mecklenburgischen, verpachtete. Pravos sowohl
wie Schulze sind verdächtig, den rothen Hahn auf´s Dach gesetzt zu haben und
deshalb noch während des Brandes in Haft genommen worden.
Fränkischer Wald vom Montag, den 06.07.1896
Für die überaus große uns beim heutigen Brande erwiesene Hülfe und
Theilnahme sagen den innigsten Dank, insbesondere der Feuerwehr Kronach
für ihr rasches und wirksames Eingreifen.
Kronach, am 4. Juli 1896
Familie Pollmann
Fränkischer Wald vom Freitag, den 10.07.1896
Kronach. Besitzer und
Pächter des am Samstag früh niedergebrannten Gasthauses zum "deutschen
Reichsadler" dahier wurden gestern Nachmittag aus der Haft entlassen, da ein
Nachweis für deren Schuld nicht erbracht werden konnte.
